Im Herbst und Winter finden morgendliche und abendliche Spaziergänge häufig in der Dämmerung oder im Dunkeln statt. Anstatt deswegen den Auslauf des Hundes zu reduzieren, sollten Sie besser auf eine gute Sichtbarkeit von Mensch und Tier achten, Ihren Vierbeiner näher halten und die Spazierroute an die Bedingungen anpassen.
Auch das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) macht darauf aufmerksam, dass Hunde täglich Auslauf brauchen und dass Dauer und Intensität der Spaziergänge ihrem Alter, Gesundheitszustand und Bewegungsdrang angepasst werden müssen.
Mit ein paar einfachen Hilfsmitteln können Sie gute Gewohnheiten beibehalten und gleichzeitig den Gefahren durch schlechte Sichtverhältnisse vorbeugen.
Nur weil man sein Umfeld gut sieht, heisst das nicht, dass man selbst früh genug wahrgenommen wird. Deshalb ist die eigene Sichtbarkeit so wichtig.
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) berichtet, dass das Unfallrisiko für Menschen, die zu Fuss unterwegs sind, bei Nacht etwa doppelt so hoch ist wie bei Tag. Dämmerung, Regen, Nebel oder andere Witterungsbedingungen können ebenfalls dazu beitragen, dass man schlechter wahrgenommen wird.
Diese Statistik betrifft Zufussgehende im Allgemeinen und nicht speziell Hunde, ist aber eine wertvolle Information für alle, die mit ihren Fellnasen im Strassenverkehr unterwegs sind.
Insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen muss verstärkt auf die folgenden Risikofaktoren geachtet werden:
Ein Spaziergang auf einer bei Tageslicht gut bekannten Strecke kann daher nach Einbruch der Dunkelheit mehr Vorbereitung erfordern.
Es wird empfohlen, sowohl bei sich selbst als auch beim Hund auf gute Sichtbarkeit zu achten. Bloss ein kleines Licht am Halsband reicht nicht aus, damit beide gesehen werden.
Für die Begleitperson empfiehlt die BFU insbesondere helle Kleidung und reflektierende Materialien. Mit Reflektoren wird man in der Dunkelheit auf bis zu dreimal so grosse Distanz wahrgenommen als mit dunkler Kleidung.
Für eine bessere Sichtbarkeit des Hundes gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Eine LED-Leuchte darf den Komfort des Hundes nicht beeinträchtigen, muss richtig befestigt werden und für die Grösse des Tieres geeignet sein. Empfehlenswert ist auch, die Batterie vor einem langen Spaziergang zu überprüfen.
Tatsächlich ergänzen sich die beiden Hilfsmittel gut: Reflektoren werfen das Licht, das sie anstrahlt (zum Beispiel von Autoscheinwerfern), zurück. Lämpchen erzeugen hingegen ihr eigenes Licht. Durch die Kombination von beidem bleibt der Hund in einer dunklen Umgebung stets erkennbar und wird besonders sichtbar, wenn er von einem Fahrzeug angestrahlt wird.
Bitte beachten: Die oben genannten Werte der BFU beziehen sich auf Personen und nicht auf Hundezubehör. Man darf also nicht automatisch davon ausgehen, dass sich die Sichtbarkeit eines Hundes durch ein reflektierendes Halsband oder Geschirr im gleichen Ausmass erhöht wie bei einem Menschen.
In Verkehrsnähe, in schlecht beleuchteten Gegenden oder wenn die Umgebung schwer eingeschätzt werden kann, ist es in der Regel die sicherste Lösung, den Hund an der Leine zu halten.
Selbst wenn Ihr Vierbeiner gut gehorcht, kann es passieren, dass Sie Fahrzeuge, Velofahrende, andere Hunde oder Wildtiere durch schlechte Sichtverhältnisse zu spät erkennen, um rechtzeitig zu reagieren.
Eine Leine hilft auch, den Hund an heiklen Stellen näher bei sich zu behalten, zum Beispiel an:
Eine sehr lange Leine wiederum kann für Velofahrende oder andere Zufussgehende im Dunkeln schwierig zu erkennen sein. Hier kann eine reflektierende Leine Abhilfe schaffen.
In der Schweiz gelten je nach Kanton, Gemeinde oder Naturgebiet unterschiedliche Vorschriften für das Führen an der Leine. Diese örtlichen Bestimmungen sind natürlich jederzeit einzuhalten. Im Dunkeln oder wenn die Sichtverhältnisse oder die Umgebung es schwierig machen, Risiken vorherzusehen, ist das Führen an der Leine jedenfalls die sicherere Variante.
In der Regel ist eine vertraute Strecke, die ausreichend beleuchtet ist und gefährliche Abschnitte weitestgehend vermeidet, die beste Wahl für Spaziergänge im Dunkeln.
Empfehlenswert sind:
Die BFU weist auch darauf hin, dass ein beleuchteter Fussgängerstreifen keine Garantie dafür ist, dass man von Autofahrenden tatsächlich wahrgenommen wird. Vor dem Überqueren sollte man sich vergewissern, dass das sich nähernde Fahrzeug langsamer wird und dass man von der Person hinter dem Steuer gesehen wurde.
Schmale Seitenstreifen, schlecht beleuchtete Strassen oder unbekannte Wege stellen Risiken dar, die bei Dunkelheit eher gemieden werden sollten.
Eine Stirnlampe oder eine Taschenlampe hilft insbesondere ausserhalb beleuchteter städtischer Gebiete, einen gangbaren Weg zu finden.
Wenn es möglich ist, den grossen Spaziergang bei Tageslicht zu erledigen, kann dies eine Erleichterung sein, jedoch sollte die Gesamtdauer der Spaziergänge nicht verringert werden, nur weil der Herbst Einzug hält.
Insbesondere für ältere Hunde oder sehr junge Tiere, die noch nicht fertig abgerichtet sind, oder für Tiere, die sich im Dunkeln unwohl fühlen, kann dies sinnvoll sein. Eine kurze Runde vor der Nachtruhe wird aber trotzdem weiterhin nötig sein.
Bei Hunden, die an eine bestimmte Routine gewöhnt sind, sollte der Zeitplan nur nach und nach geändert werden.
Mit ein paar wenigen zusätzlichen Hilfsmitteln ist bei Spaziergängen im Dunkeln für mehr Kontrolle und Sicherheit gesorgt.
Checkliste vor dem Losgehen
Wenn der Winter Einzug hält und die Temperaturen sinken, können gewisse Hunde einen Kälte- oder Nässeschutz brauchen. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel von Epona «Sollte man seinem Hund im Winter einen Mantel überziehen?».
Ja, denn bereits vor Einbruch der Dunkelheit kann dadurch schlechte Sicht herrschen.
Die BFU empfiehlt, nicht nur bei Dunkelheit, sondern auch bei Dämmerung und bei schlechten Sichtverhältnissen aufgrund der Witterung auf erhöhte Sichtbarkeit zu achten.
Bei Regen oder dichtem Nebel kann es sinnvoll sein,
Je nach Alter, Fell und Gesundheitszustand des Hundes, sollte auch verstärkt auf seinen Komfort geachtet werden.
Am besten ist, vorausschauend zu handeln und genügend Abstand zu halten, insbesondere wenn die Hunde einander nicht kennen.
Im Dunkeln ist es schwieriger, alle Körpersignale der Hunde wahrzunehmen oder sich zu vergewissern, dass das sich nähernde Tier angeleint ist. Es ist daher ratsam,
Ein Tier, das auf nächtlichen Spaziergängen plötzlich stark verunsichert ist, sollte nicht gezwungen werden, weiterzugehen, wo es sich unwohl fühlt.
Tritt plötzlich eine Verhaltensänderung auf oder zeigen sich Anzeichen für eine Sehstörung oder andere Gesundheitsprobleme, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Dunkelheit macht es schwieriger, Wildtieren, Rindern oder anderen Hindernissen vorausschauend zu begegnen. Eine gute Kontrolle über den Hund ist daher besonders wichtig.
Selbst ein gehorsamer Hund kann auf einen Geruch, ein Wildtier oder eine Bewegung, die er vor seinem Besitzer oder seiner Besitzerin wahrnimmt, unerwartet reagieren. Daher ist es in ländlichen Umgebungen empfehlenswert,
Wenn die Strecke sehr dunkel, unbekannt oder abgelegen ist, empfiehlt es sich, den Waldspaziergang bei Tageslicht zu machen und am Abend eine sicherere Route zu wählen.
Bei der Rückkehr nach Hause bietet sich eine kurze Kontrolle des Hundes an, insbesondere nach einem Spaziergang im Wald oder im hohen Gras.
Dabei sollte Folgendes überprüft werden:
Genauere Infos zur Fellkontrolle gibt es auch in unserem Artikel über Krankheiten beim Hund (und wie man sie vermeidet).
Auch mit geeigneter Ausrüstung und trotz richtigem Verhalten kann es beim Spazierengehen zu einem Unfall kommen.
Je nach abgeschlossenem Paket und anwendbaren Vertragsbedingungen deckt die Hundeversicherung von Epona Unfälle und bestimmte damit verbundene Tierarztkosten. Welche Kosten tatsächlich übernommen werden, hängt immer von der gewählten Deckung, dem Selbstbehalt, dem Eigenanteil, der Obergrenze und den anwendbaren Ausschlüssen ab.
Hier können Sie die Prämie für Ihren Hund berechnen. In den FAQs von Epona finden Sie ausserdem Informationen zu den wichtigsten Versicherungsmodalitäten.
Auch wenn die Tage kürzer werden, steht mit diesen Tipps einer sicheren Spazierroutine nichts im Wege:
Nur weil die Tage kürzer werden, muss das nicht das Ende ausgedehnter Spaziergänge bedeuten. Es heisst lediglich, dass Sie sich etwas anders organisieren müssen, damit sich Ihr Vierbeiner weiterhin ausreichend bewegen, seine Umgebung erkunden und seinen Auslauf geniessen kann.
Ja, allerdings sollte der Spaziergang an die Sichtverhältnisse angepasst werden. Eine bekannte und ausreichend beleuchtete Strecke, eine Leine in Risikobereichen und reflektierende oder selbstleuchtende Ausrüstung sind sinnvolle Massnahmen, um Probleme aufgrund der Dunkelheit zu vermeiden.
Hundegeschirr, Halsband oder Leine mit reflektierenden Elementen sind ein guter Anfang. Zusätzlich können Sie ein geeignetes LED-Licht einsetzen. Ausserdem sollten Sie darauf achten, selbst sichtbar zu sein, insbesondere durch helle oder reflektierende Kleidung.
Nein, es ist besser, sich nicht auf ein einziges Teil zu verlassen. Ein leuchtendes Halsband hilft dabei, den Hund nicht aus den Augen zu verlieren, aber reflektierende Elemente am Hund und an seiner Begleitperson verbessern die Sichtbarkeit, wenn sie von einem Fahrzeug angestrahlt werden.
Bei eingeschränkter Sicht ist die Leine vor allem in Verkehrsnähe oder in schwer einschätzbaren Umgebungen angezeigt. Die gesetzlichen Bestimmungen unterscheiden sich in der Schweiz von Region zu Region, grundsätzlich gilt aber, dass die Leine im Dunkeln mehr Kontrolle bietet.
Nur weil die Tage kürzer werden, sollten die Spaziergänge nicht abgekürzt werden. Hunde brauchen täglichen Auslauf, der an ihr Alter, ihren Gesundheitszustand und ihren Bewegungsdrang angepasst ist. Es ist allerdings eine Option, den grossen Spaziergang etwas früher bei Tageslicht zu erledigen und abends noch einmal kürzer unterwegs zu sein.
Ja. Für Zufussgehende gibt die BFU an, dass Personen mit reflektierenden Elementen auf bis zu dreimal so grosse Distanz gesehen werden wie dunkel gekleidete Personen. Da sich diese Daten auf Menschen beziehen, sind sie aber nicht direkt auf Hundeausrüstung übertragbar.
Eine Stirnlampe ist besonders praktisch, da Ihnen dadurch die Hände für die Leine frei bleiben. Mit einer Taschenlampe können der Boden oder bestimmte Hindernisse besser beleuchtet werden. Wichtig ist, dass die Lampe die Strecke erhellt, ohne andere Personen unnötig zu blenden.
Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), Sichtbar im Strassenverkehr: https://www.bfu.ch/de/ratgeber/sichtbar-im-strassenverkehr
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Informationen zu Hunden: https://www.blv.admin.ch/de/hunde